Seitdem das Virus Covid-19 Deutschland erreicht hat, sind viele Reisen, Ausflüge und Veranstaltungen abgesagt worden. Es Begann eine Zeit in der wir #Zuhausebleiben. In dieser Zeit habe ich angefangen mich viel mit meiner Heimatstadt Wetzlar und der Umgebung in der ich lebe auseinander zu setzen. Ich habe neue Ecken entdeckt, die mir vorher im Alltag nicht aufgefallen sind. Bevor meine Kinder da waren hatte ich immer Sehnsucht nach der Ferne. Dadurch habe ich dem Land und der Umgebung in der ich lebe nicht wirklich viel Beachtung geschenkt.

Aus diesem Grund möchte ich euch Wetzlar in diesem Artikel ein wenig anders näher bringen. Ich möchte euch nicht erklären, was die Sehenswürdigkeiten sind, die ihr in allen Reiseführern aufgelistet bekommt. In diesem Artikel zeige ich euch die unbekannten Seiten von Wetzlar. Viele dieser historischen Plätze sind dabei noch nicht einmal Einheimischen bekannt.

Falls ihr die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Wetzlar nachlesen wollt, dann schaut euch gerne meinen Artikel Ein Wochenende in Wetzlar: 10 Tipps einer Einheimischen an.

Alte jüdische Friedhof in der Wetzlarer Altstadt

Der alte jüdische Friedhof befindet sich direkt hinter der Stadtmauer von Wetzlar, weil es Juden im Mittelalter nicht gestattet war innerhalb der Stadtmauern begraben zu werden.

Der Zugang erfolgt von der Straße Hinter der Stadtmauer über eine Öffnung in der Stadtmauer, die mit einer Tür verschlossen ist. Der Friedhof wird von der anderen Seite von der Wetzbach begrenzt. Dadurch ist er nicht so sichtbar für Fußgänger und wird schnell übersehen. Lediglich ein Schild, welches an der Stadtmauer befestigt ist, verweist auf die Ruhestätte.

Wenn ihr euch den Friedhof anschauen wollt, könnt ihr den Schlüssel in der Tourist-Information am Dom gegen ein Pfand ausleihen.

Zugang zum alten jüdischen Friedhof in der Wetzlarer Altstadt
Zugang zum alten jüdischen Friedhof in der Wetzlarer Altstadt

Alte Friedhof in Wetzlar

Der alte Wetzlarer Friedhof ist sicherlich nicht auf der To-Do-Liste eines Touristen.  Er grenzt an den oberen Teil der Bergstraße und ist mit einer Bruchsteinmauer umgeben. Einige Gräber sind schon beseitigt worden, da die Laufzeit abgelaufen ist und nicht verlängert werden kann. Hier ist daher eine parkähnliche Anlage entstanden. Es gibt aber auch einige die zum Gedenken an besonders „prominente“ Wetzlarer bleiben werden. Darunter fällt das Grab der Ernst Leitz Familie, welches unter Denkmalschutz steht.

Grab der Ernst Leitz Familie auf dem alten Friedhof in Wetzlar
Grab der Ernst Leitz Familie auf dem alten Friedhof in Wetzlar

Durch die Entfernung etlicher Gräber sind viele Wiesen entstanden. Einige werden laut einer Tafel mit der Aufschrift „Wetzlars Wilde Wiesen“ nur zwei Mal im Jahr gemäht. Dies soll vielen Insektenarten wie Schmetterlingen oder Bienen eine natürliche Vegetation bieten. Zufälligerweise war ich an dem Tag da an dem gemäht wurde und kann somit leider kein Bild der wilden Wiese zeigen.

Allee auf dem alten Friedhof in Wetzlar
Allee auf dem alten Friedhof in Wetzlar

Neben der nun grünen Parkanlage befindet sich das Krematorium. Südlich davon schließt sich eine im Jahre 2019 renovierte Wasserkaskaden an. Für mich sind die Kaskaden das Highlight des Friedhofs.

Wasserkaskaden auf dem alten Friedhof in Wetzlar
Wasserkaskaden auf dem alten Friedhof in Wetzlar

Goethebrunnen in Wetzlar

Der Goethebrunnen liegt hinter einer Bruchsteinmauer verborgen an der Kreuzung Wahlheimer Weg und Haarbachstraße. Goethe ist auf seinem Weg  von Wetzlar nach Garbenheim stets daran vorbeigelaufen. Früher versorgte der Brunnen die obere Stadt mit Wasser. 1876 sank der Wasserspiegel aufgrund des Bergbaus so weit ab, sodass der Brunnen austrocknete und nun denkmalgeschützt ist.

Eingang zum Goethebrunnen in Wetzlar
Eingang zum Goethebrunnen in Wetzlar

Theutbirg Basilika hinter dem Wetzlarer Stadtteil Nauborn

Im Jahre 1927 wurden die Fundamente der Basilika freigelegt. Diese befindet sich in der Nähe der Dickesmühle und wurde wahrscheinlich im 7. Jahrhundert erbaut. Vier Jahre später erfolgte eine Ausgrabung. Wie ihr auf dem Bild erkennen könnt sind die Fundamente der Kirche noch immer zu sehen.

Ruine Theutbirg Basilika in Wetzlar
Ruine Theutbirg Basilika in Wetzlar

Die Theutbirg Basilika liegt etwas außerhalb. Deshalb bietet es sich an den Besuch mit einem Mittag- oder Abendessen in der Honigmühle zu verbinden. Das Restaurant erreicht ihr nach einem kurzen Spaziergang. Der Weg führt von der Theutbirg Basilika über die Landstraße an der Dickesmühle vorbei. An der Kreuzung geht es dann rechts über die Brücke an der Wetzbach entlang. Nach 600m müsst ihr an der Kreuzung rechts abbiegen. Zu diesem Zeitpunkt sind es nur noch 100m und ihr könnt die Hönigmühle bereits sehen.

Dickesmühle an der Landstraße in Wetzlar
Dickesmühle an der Landstraße in Wetzlar

Stadtmauer in der Wetzlarer Altstadt

Wie einige Städte im Mittelalter verfügte auch die Reichsstadt Wetzlar über eine Stadtmauer. Diese ist bis heute in Teilen erhalten geblieben. Ein Stück davon kann in einer grünen Parkanlage an der Wetzbach entlang gelaufen werden. Starten könnt ihr entweder in der Silhöfertorstraße oder in der Nauborner Straße.

Weg an der Wetzlarer Stadtmauer entlang
Weg an der Wetzlarer Stadtmauer entlang

Der obere Fußweg führt direkt an der Stadtmauer entlang. Der nach unten führende Pfad verläuft parallel dazu an der Wetzbach entlang.

Wetzlarer Stadtmauer
Wetzlarer Stadtmauer

Burg Hermannstein im Wetzlarer Stadtteil Hermannstein

Der Burg Hermannstein hat der gleichnamige Stadtteil Wetzlars seinen Namen zu verdanken. Diese wurde durch den Landgrafen Hermannstein erbaut, welcher Ende des 13. bis Anfang des 14.Jahrhunderts regierte.

Die Burg zerfiel im laufe der Jahre, nachdem sie ab dem 18. Jahrhundert nicht bewohnt wurde. Nach einer umfassenden Sanierung und einem Besitzerwechsel wird die Burg derzeit wieder zum Wohnen genutzt.

Burg Hermannstein im Wetzlarer Stadtteil Hermannstein
Burg Hermannstein im Wetzlarer Stadtteil Hermannstein

Wasserwerk mit Hochbehälter in der Siena-Promenade in Wetzlar

Die Siena-Promenade ist eine weitere Parkanlage die im Grüngürtel rund um Wetzlar liegt. In dieser grünen Promenade liegt ein kleiner Spielplatz.

Spielplatz in der Siena-Promenade in Wetzlar
Spielplatz in der Siena-Promenade in Wetzlar

Das Besondere stellt aber das, neben dem Spielplatz liegende, historische Wasserwerk mit Hochbehälter dar. Dieser wurde 1893-1894 erbaut und 1894 in Betrieb genommen.

Das Wasserwerk mit Hochbehälter sind immer noch in Nutzung und stehen unter Denkmalschutz. Das Gebäude wurde erst vor kurzer Zeit renoviert.

Wasserwerk mit Hochbehälter in der Siena-Promenade in Wetzlar
Wasserwerk mit Hochbehälter in der Siena-Promenade in Wetzlar

Über dem Eingang zum Wasserwerk befindet sich eine Inschriftentafel und das Wappen der Stadt Wetzlar.

Inschriftentafel über die Bauzeit und Wappen der Stadt Wetzlar
Inschriftentafel über die Bauzeit und Wappen der Stadt Wetzlar

Rosengärtchen in der Wetzlarer Altstadt

Das Rosengärtchen ist eine Parkanlage in der eine Freilichtbühne integriert ist. Im 17. und 18. Jahrhundert war das Rosengärtchen ein Friedhof. Auf diesem wurde einst Karl Wilhelm Jerusalem nach seinem Selbstmord beerdigt. Dieser dient als Vorlage der Figur des Werthers in Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Ein, zum 200. Geburtstag von Goethe aufgestellter, Gedenkstein markiert ungefähr die Stelle an welcher er begraben wurde. Die genaue Lage konnte leider nicht mehr ermittelt werden.

Gedenkstein an Karl Wilhelm Jerusalem im Rosengärtchen in Wetzlar
Gedenkstein an Karl Wilhelm Jerusalem im Rosengärtchen in Wetzlar

Ein weiterer Gedenkstein erinnert an Karl Kellner, den Begründer der optischen Industrie in Wetzlar.

Gedenkstein an Karl Keller im Rosengärtchen in Wetzlar
Gedenkstein an Karl Keller im Rosengärtchen in Wetzlar

Grube Malapertus im Wetzlarer Stadtteil Niedergirmes

Als letztes möchte ich euch die Grube Malapertus vorstellen. Diese befindet sich am Fuße des Simsberges, nördlich vom Wetzlarer Stadtteil Niedergirmes. Hier wurde einst Erz und Kalk abgebaut. Die Grube ist mittlerweile geschlossen. Sie soll nun zu einem Museumsbergwerk umgenutzt werden. Nach Angabe des Fördervereins Grube Malapertus e. V. könnte die Genehmigung der Bergbaubehörde dieses Jahr erfolgen.

Nach der offiziellen „Inbetriebnahme“ des Museumsbergwerkes Malapertus werde ich euch nach einem Besuch ein Update geben.

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Ich hoffe ich konnte euch einige Seiten von Wetzlar zeigen die ihr noch nicht kanntet. Kennt ihr noch weitere Plätze die Wetzlarern selbst unbekannt sind? Lasst mir gerne einen Kommentar da.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Fotografisch den Heimatort erkunden“  vom Blog tanjas-life-in-a-box.com. Bei der Blogparade berichten auch andere Blogger über ihren Heimatort.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Tanja L.

    Wetzlar sieht ja wirklich richtig hübsch aus. Und man kann dann daheim doch so einiges entdecken. Das mit den Wildwiesen finde ich super. Sollte es mehr geben. Aber überhaupt ist der Friedhof sehr ansprechend gestaltet. Alte Friedhöfe haben irgendwie etwas melancholisches, aber der sieht schon fast aus wie ein Park. Und alte Stadtmauern finde ich immer faszinierend, wie es wohl gewesen sein muss, dahinter zu wohnen?

  2. DieReiseEule

    Hessen ist so schön. Trotzdem war ich noch nicht in Wetzlar. Ich muss das unbedingt nachholen.
    Die Wasserkaskaden auf dem Friedhof sind ja absolut ungewöhnlich, aber wunderschön.
    Für Rosengärten bin ich immer zu begeistern. Ich glaube, ich packe die Koffer 😀

    Liebe Grüße
    Liane

    1. Martina

      Hallo Liane,
      da hast du recht. Eine vergleichbare Wasserkaskade gibt es nach Aussage des Denkmalschutzes nur auf dem Ostfriedhof in München.
      LG Martina

  3. Miriam

    Was für schöne Bilder, du da zusammengetragen hast. Ich war 2014 das letzte Mal in Wetzlar, glaube ich. Ich habe die Stadt auch als sehr süß und gemütlich in Erinnerung.

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