Nachdem unsere Tochter 7 Monate alt wurde, sollte es endlich mal wieder in den Urlaub gehen. Da meine Eltern eine Reise nach Horumersiel planten und ich noch einiges an Urlaubstagen zur Verfügung hatte, plante ich einen einwöchigen Besuch. Zudem wollte ich gerne das Abenteuer Bahnfahrt mit Baby austesten. Da ich dabei so einige Erfahrungen gemacht habe, möchte ich euch meine Erkenntnisse nicht vorenthalten.

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1. Packliste für die Bahnfahrt mit Baby

Es stellte sich als sehr praktisch heraus, dass ich meine Eltern besuchte. So nahmen sie in ihrem Auto schon einmal das ganze Gepäck inklusive Kinderwagen für eine Woche in Horumersiel mit Baby mit. Dementsprechend brauchte ich für die Zugfahrt nur meinen Rucksack mit den Sachen für die Anreise und das Baby mit Babytrage mitnehmen.

Meine Packliste für die Bahnfahrt mit Baby:

  • 1x Gläschen mit Mittagessen
  • 1x Magic Cup oder Fläschchen mit Flüssigkeit
  • 1x Quetschbeutel für den Notfall
  • 2x Spucktücher
  • 1x Taschentücher
  • 2x Spielzeug für Unterwegs
  • 1x Wechselklamotten
  • 3x Wickelunterlage
  • 3x Windeln
  • 1x Packung Feuchttücher
  • 1x Desinfektionsmittel

Den Platz der noch übrig geblieben ist, habe ich genutzt um für mich etwas zu essen, zu trinken für unterwegs, meinen Geldbeutel und meine Jacke einzupacken.

Mein Tipp:

Versucht mit so wenig Gepäck wie möglich zu reisen um euch flexibel mit eurem Baby bewegen zu können. Es ist definitiv keine entspannte Bahnfahrt mit Baby, wenn ihr euch mehr um euer Gepäck kümmern müsst als um euer Baby, das natürlich auch Aufmerksamkeit einfordert. Wenn aber doch so einiges mit muss und ihr nicht die Möglichkeit habt euer Gepäck jemandem mitzugeben, dann könnt ihr bspw. den  DB Gepäckservice nutzen.

2. Fahrtdauer und Umsteigen

Für unsere erste Bahnfahrt von Wetzlar nach Wilhelmshaven suchte ich folgende Verbindung aus:

  • Wetzlar – Gießen  Abfahrt: 09:02 , Ankunft: 09:14, Fahrtzeit: 12 Minuten,  RB

Aufenthalt in Gießen:  20 Minuten

  • Gießen – Hannover  Abfahrt: 09:34, Ankunft: 11:56,  Fahrtzeit: 2:22 Stunden, ICE

Aufenthalt in Hannover: 49 Minuten

  • Hannover – Oldenburg  Abfahrt: 12:45, Ankunft: 14:23,  Fahrtzeit: 1:38 Stunden, IC

Aufenthalt in Oldenburg: 13 Minuten

  • Oldenburg – Wilhelmshaven Abfahrt: 14:36, Ankunft: 15:19,  Fahrtzeit: 43 Minuten, NWB

Die Anreise dauerte demnach 6 Stunden und 17 Minuten mit drei Umsteigen. Es gab zwar auch die Möglichkeit schneller mit vier Mal Umsteigen über Kassel-Wilhelmshöhe zu fahren, aber da ich den Bahnhof kenne und die Umsteigezeiten immer so knapp waren, wollte ich mir mit Baby nicht noch zusätzlich Stress machen.

Mein Tipp:

Um bequem zum Reiseziel zu gelangen ist es am besten so wenig wie möglich umsteigen zu müssen. Auch wenn die Anreise dann möglicherweise 30 Minuten länger dauert ist es meiner Erfahrung nach eine entspanntere Reise mit weniger Umsteigemöglichkeiten. Auch aus dem Grund, dass die Bahn nicht immer pünktlich ist und demnach auch die ein oder andere unvorhergesehene Störung bzw. Verzögerung auftreten kann.

3. Angebote für eine Bahnfahrt mit Baby nutzen

Am Tag der Abreise lief ich also mit meinem Baby vorne in der Babytrage und meinem Rucksack auf dem Rücken geschnallt 20 Minuten zum Bahnhof.

Auf dem Weg von Gießen nach Hannover waren wir in einem ICE unterwegs. Bei der Buchung habe ich erfahren, dass es in allen ICE und in einigen IC/EC-Zügen Kleinkinderabteile sind. Die Abteile habe ich ehrlich gesagt, vorher nie wahrgenommen. Möglicherweise liegt das auch an der geringen Größe.

Das Kleinkindabteil verfügt über eine Sitzbank, einen Tisch einen Bereich zum krabbeln und einen Wickeltisch. Währen der Fahrt war meine kleine Maus sehr ruhig. Ich hab sie einmal gestillt und danach hat sie den Rest der Fahrt geschlafen. Zum Ende der Fahrt waren in dem Abteil 3 Mamas mit ihren Babys. Platz für weitere Kleinkinder wäre nicht mehr da gewesen.

Mein Tipp:

Sucht euch möglichst eine Verbindung heraus in der ihr die von der Bahn angeboteten Kleinkindabteile nutzen könnt. In einem Kleinkindabteil ist eine Bahnfahrt mit Baby deutlich entspannter. Am besten reserviert ihr bei der Buchung einen Platz im Abteil, denn nichts ist ärgerlicher als mit einem Baby oder Kleinkind unterwegs keinen Platz mehr zu bekommen.

Weitere Informationen zur Bahnfahrt mit Kindern könnt ihr auf der Internetseite der Deutschen Bahn nachlesen.

4.Wickelmöglichkeiten für Babys

Zum Ende der Zugfahrt wurde meine Tochter dann wieder wach. Bevor wir aus dem Zug ausgestiegen sind habe ich sie daher nochmal gewickelt, da ich nicht wusste wann ich die nächste Möglichkeit dazu bekomme.

Mein Tipp:

Recherchiert vorab, wo und wann ihr Wickelmöglichkeiten habt! Ich habe mir leider vor der Fahrt keine Gedanken gemacht.

5. Umsteigezeiten nutzen

Für den Umstieg in Hannover hatten wir ca.50 Minuten Zeit. Da der Bahnhof an die Einkaufsmeile angrenzt, bin ich kurz die Einkaufsmeile entlanggelaufen. Meine kleine Maus verschlief den ganzen Stadtbummel. Während sie schlief nutze ich die Zeit in Ruhe mein Mittagsbrötchen zu essen.

Mein Tipp:

Schaut vor der Fahrt am besten wo, wann und wie lange ihr Umsteigezeiten habt. Dadurch könnt ihr gut planen, wie ihr diese Zeit am besten nutzen könnt. Haltet aber weiterhin mögliche Änderungen im Hinterkopf! Sollte es zu Verspätungen kommen ist eine vorher geplante Alternative hilfreich, um eine entspannte Bahnfahrt mit Baby zu erleben.

6. Toilettengang planen

Bevor es dann mit dem Zug weitergehen sollte, musste ich zu Sanifair. Mit Babytrage und Rucksack war der Toilettengang definitiv eine Herausforderung. Aber die kleine Maus war in Toplaune, da sie noch nicht lange wach war und so lief bis jetzt alles wunderbar.

Mein Tipp:

Überlegt euch vor der Fahrt, wo ihr die Möglichkeit habt auf Toilette zu gehen! Natürlich gibt es auch im Zug eine Toilette, aber die habe ich nie genutzt. Das fängt schon damit an, dass ich allein mit Kind alle meine Sachen mit in die Toilette schleppen muss, damit nichts geklaut wird. Dann ist die Toilette im Zug natürlich nicht die Sauberste. Bei dem Ruckeln während der Bahnfahrt mit Baby…nein danke. Das war mir alles dann doch zu heikel. Deswegen war ich sehr froh, dass es ein Sanifair in der Nähe war.

Auf der Hompage von Sanifair könnt ihr übrigens nachschauen, ob an dem Bahnhof an dem ihr umsteigt eins vorhanden ist.

7. Mittagessen richtig planen

Auf dem Weg von Hannover nach Oldenburg fuhren wir in einem IC. Hier gab es dann leider kein Kleinkinderabteil mehr. Das bedeutete für mich: Ich muss meine Tochter davon abhalten auf dem Boden rumzukrabbeln. Gar keine so leichte Aufgabe. Zusätzlich wurde es auch langsam Zeit endlich Mittag zu essen. Ich hatte dafür extra ein Gläschen mitgenommen und für den Notfall einen Quetschbeutel.

Da sie schon selbst sitzen konnte setze ich sie neben mir auf den Sitz. Während ich sie und das Gläschen festhalten musste versuchte ich ihr die Spaghetti Bolognese zuzufüttern. Im Nachhinein gesehen, war die Menüwahl wohl nicht die Beste. Das funktionierte nämlich eher schlecht als recht. Zuhause sitzt sie immer in ihrem Stühlchen. Im Zug in einer unbekannten Umgebung, wo alles super spannend ist, war das Essen für sie eher Nebensache.

Zudem hat der Zug auch immer wieder gebremst oder beschleunigt, sodass ich nicht mal in Ruhe das Gläschen abstellen konnte. So ist wirklich viel daneben gegangen. Am Ende habe ich dann einfach aufgeben und ihr den Quetschbeutel gegeben. Aber auch damit gab es noch eine Riesen Sauerei. Gut das ich einiges an Tüchern dabei hatte.

Mein Tipp:

Ja, es wird zur Dauerschleife. Überlegt euch vor der Fahrt wo und wann ihr euer Baby am besten füttert, wenn ihr nicht mehr stillt und keine Flaschennahrung gebt.

Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wenn ich meine Tochter schon während des Aufenthaltes in Hannover gefüttert hätte. Den Stadtbummel hätte ich mir sparen können.

8. Beschäftigungsmöglichkeiten überlegen

Den Rest der Fahrt habe ich damit verbracht sie so gut es geht zu beschäftigen, damit sie auf ihrem Platz bleibt. Dadurch haben wir beide einige nette Bekanntschaften im Zug mit unseren umliegenden Sitznachbarn gemacht.

Am Ende der Fahrt wurde sie dann immer unruhiger. Ein Zeichen das sie Müde ist. Ich zog also schon einmal die Babytrage an und versuchte sie die letzten Minuten im Zug zum Einschlafen zu bringen. Das funktionierte zum Glück auch direkt.

Mein Tipp:

Es gibt eine Menge Möglichkeiten Babys und Kleinkinder auf Reisen zu beschäftigen. Am besten ihr macht euch um diesen Punkt nicht so viele Gedanken. Im richtigen Moment werdet ihr wissen, wie ihr euer Baby bei Laune haltet. Zur Sicherheit könnt ihr aber Spielsachen die euer Baby mag mitnehmen.

9. Schlafenszeiten vorplanen

Nachdem wir dann in Oldenburg ausgestiegen sind, ging es mit einem RE der NordWestBahn weiter. Die Bahn ist vergleichbar mit einer S-Bahn. Die Umsteigezeit betrug 10 Minuten. Da wir aber noch nicht einmal den Bahnsteig wechseln mussten, war das sehr unkompliziert.

Mittlerweile war schon Nachmittag und einige Berufspendler waren unterwegs, dementsprechend war der Zug gut gefüllt. Ich hatte Glück und ergatterte uns noch zwei Plätze. So verbrachte ich die Fahrt sitzend mit der angeschnallten Babytrage, während die Kleine schlief. Zwischendurch musste ich mich zwar  immer mal wieder hin und her bewegen, aber sie schlief weiter.

Mein Tipp:

Schon wieder…. Überlegt euch am besten vor der Fahrt, wo und wann euer Baby am besten schlafen kann.

10. Entspannt bleiben

Bei der Ankunft in Wilhelmshaven war ich froh endlich angekommen zu sein. Was für eine Erleichterung, dass mich meine Eltern empfingen und ich nicht mit dem Bus noch nach Horumersiel weiterfahren musste. 

Ich wusste zwar das mein Baby recht einfach ist, aber auch ohne Geschrei ist sie eben ein Baby das Aufmerksamkeit braucht und die Welt entdecken will. Das ist eben anstrengender als einfach allein Zug zu fahren, wie ich das sonst gewohnt bin.

Mein Tipp:

Natürlich ist es wichtig vor der Fahrt alle Möglichkeiten einmal durchzuplanen um auf den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. Es sollte aber auch klar sein, dass die Fahrt für euch und das Baby am einfachsten wird wenn ihr positiv denkt und locker an das Thema herangeht. Macht euch nicht zu viele Gedanken, was alles schief gehen könnte.

Fazit: Bahnfahrt mit Baby

Die Bahnfahrt mit Baby ist definitiv ein kleines Abenteuer. Mit den aufgeführten Tipps und einer guten Vorplanung dürfte einer entspannten Reise aber nichts im Wege stehen.

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